Tobruk: Hölle im Sand
Der Sand knirscht zwischen meinen Zähnen, ich schwitze wie ein Pferd, und in meinen Ohren dröhnt die Kanonade. Schon seit mehreren Tagen versuchen wir hier bei Tobruk, unsere Stellungen gegen Rommels Panzer zu halten. Wüstenratten, wie wir sie nennen. Aber eher sind wir hier wie Ratten, versteckt in Löchern und warten auf den nächsten Angriff.
Ich erinnere mich, wie wir hierhergekommen sind. Voller Elan und Entschlossenheit, diesen Deutschen zu zeigen, wie heiß es in Afrika ist. Aber die Realität ist grausam. Die Hitze hier ist unglaublich, Wasser ist knapp und uns geht das Essen aus. Und dazu noch der ständige Beschuss und die Luftangriffe.
Ich erinnere mich an die Jungs aus meinem Zug. Die meisten von ihnen sind schon tot. Franta, der Witzbold, der immer Witze gemacht hat. Pepík, der stille Junge aus Mähren, der immer gebetet hat. Und Olda, der älteste von uns, der uns vom Ersten Weltkrieg erzählt hat. Sie sind alle weg.
Heute Morgen sind wir zum Gegenangriff gestartet. Wir mussten einen deutschen Panzer zerstören, der unsere Stellungen bedrohte. Wir haben es geschafft, ihn zu zerstören, aber zu welchem Preis! Wie viele von uns sind dort wieder gefallen? Und ich habe eine Granatsplitter in den Bauch bekommen.
Ich liege jetzt im Sand und spüre, wie das Leben aus mir weicht. Um mich herum sind Schüsse und Explosionen zu hören. Mir ist kalt und ich habe Angst. Ich habe Angst, dass ich meine Frau und Kinder nie wiedersehen werde. Ich habe Angst, dass ich in Vergessenheit sterben werde, weit weg von zu Hause.
Aber dann erinnere ich mich an die Jungs, die neben mir gefallen sind. Franta, Pepík und Olda. Und all die anderen, die hier gekämpft und sind gestorben. Und ich weiß, dass ihr Opfer nicht umsonst war. Ich weiß, dass wir hier etwas Wichtiges verteidigt haben. Wir haben Freiheit und Demokratie verteidigt.
Und so sterbe ich mit dem Wissen, dass ich getan habe, was ich konnte. Und dass ich stolz darauf war, für mein Land kämpfen zu können.

