Simo Häyhä: Der Weiße Tod

Wenn man an einen Scharfschützen denkt, stellt man sich meist jemanden in Tarnkleidung mit einem hochmodernen Gewehr vor. Aber Simo Häyhä? Er hatte nur ein einfaches Gewehr ohne Zielfernrohr, einen weißen Tarnanzug und legendäre Fähigkeiten, die ihn zur schlimmsten Angst der sowjetischen Soldaten machten.

Geboren 1905 in Rautjärvi, einer kleinen Stadt nahe der sowjetischen Grenze, war er von klein auf ein leidenschaftlicher Jäger und talentierter Schütze. 1925 trat er der finnischen Armee bei, wo sein außergewöhnliches Talent schnell auffiel – scharfes Auge, ruhige Hand und eine unglaubliche Geduld machten ihn zum idealen Scharfschützen.

Dann kam der Winterkrieg (1939–1940). Stalin dachte, er könne Finnland einfach überrennen. Doch er hatte nicht mit Häyhä gerechnet. Bei eisigen Temperaturen von bis zu -40°C lauerte er im Schnee auf seine Feinde. Ein Zielfernrohr lehnte er ab – es hätte beschlagen oder Licht reflektiert und ihn verraten können. Er schoss nur mit Kimme und Korn – und traf jedes Mal.

Seine Bilanz? Mindestens 505 bestätigte Abschüsse in nur 100 Tagen. Einige Schätzungen sprechen sogar von über 700 getöteten sowjetischen Soldaten. Die Sowjets nannten ihn den „Weißen Tod“ – und das mit Recht. Verzweifelt versuchten sie, ihn auszuschalten. Schließlich traf ihn im März 1940 eine explosive Kugel ins Gesicht. Er überlebte, verlor jedoch einen Teil seines Gesichts.

Nach dem Krieg zog er sich zurück, widmete sich der Jagd und wurde beeindruckende 96 Jahre alt. Sein Vermächtnis zeigt, dass ein einziger entschlossener und fähiger Soldat den Verlauf eines Krieges verändern kann.

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